Die Klasse 2c lässt ihre Gedanken fliegen – Besuch der Veranstaltung „Philosophieren mit Kindern“ im Literaturhaus Stuttgart

Am letzten Freitag dieses Schuljahres machte sich die Klasse 2c mit ihrer Klassenlehrerin Frau Holzner und einer begleitenden Studentin Frau Saile auf den Weg ins Literaturhaus Stuttgart, um unter der Leitung von Jana Nopper zum Thema „Hoffnung“ die Gedanken fliegen zu lassen.

Nach einer netten Begrüßung durch Laura Hornstein, die den organisatorischen Teil dieser Veranstaltungen übernahm und zudem unterstützend mitwirkte, stieg Frau Nopper zunächst mit Gegenständen, die in unserer Kreismitte lagen, in das Thema Hoffnung ein.

Zuallererst wurde aber der Begriff „Philosophieren“ erläutert, denn in diesem Wort steckt der Name Sophia und dies bedeutet Weisheit. Frau Nopper nannte die Philosophie als „die Liebe zur Weisheit“.

Doch dann fingen die Gedanken tatsächlich an zu fliegen und die Kinder der Klasse 2c trauten sich zunehmend, sich zu den Gegenständen und dazu, was sie mit Hoffnung zu tun haben könnten, zu äußern.

Eine große Friedensflagge, eine Uhr, ein Notarzt-Playmobilmännchen, ein Holzkreuz und noch viele weitere Gegenstände animierten die Kinder dazu, frei über ihre ganz persönlichen Hoffnungssituationen zu sprechen. In ihrer ruhigen, geduldigen Art begleitete Frau Nopper das Gespräch, jede Äußerung war dabei wertig und nichts, was man sagte, konnte falsch sein.

Denn Hoffnung sind bei Kindern dieses Alters oft ganz kleine Dinge: jetzt am Schuljahresende die Hoffnung auf gute Noten, die Hoffnung, dass man nicht beklaut wird, die Hoffnung, den richtigen Weg zu finden und noch Vieles mehr.

Anschließend gab es für die Kinder eine Bilderbuch-Diashow. Frau Nopper las das berührende und liebevoll gestaltete Buch „WIEDER ZUHAUSE!“ vor, das aus der Sicht des Hauses geschrieben ist und welches beschreibt, wie es sich anfühlt, ein Zuhause zu sein. Das Haus liebt seine Familie und vermisst sie fürchterlich, als diese plötzlich auszieht. Lange Zeit bleibt es leer, traurig und verwahrlost zurück. Bis eines Tages neue Menschen einziehen und es endlich wieder ein Zuhause für eine neue Familie wird. Ein Ort voller Liebe und Geborgenheit.

Diese warmherzige Geschichte über Abschied und Loslassen, über Ankommen und Neuanfang animierte die Kinder erneut, ihre Gedanken über das Buch, aber auch darüber, dass man der Hoffnung (wie das Haus im Buch) immer wieder eine neue Chance geben kann, zu äußern.

Im dritten, kreativen Teil der Veranstaltung durften die Kinder nun in einem liebevoll gestalteten Magazin mit dem Titel „Gedankenflieger – was kann ich hoffen?“ nochmal ihre Gedanken zum Thema Hoffnung, aber auch zum zuvor kennengelernten Buch in Bild und Schrift festhalten, z.B. sollte jedes Kind sein Hoffnungstier malen, bei einem Mädchen war das natürlich ihre Katze, die sie über alles liebt und die momentan krank ist, bei einen anderen Mädchen war es das Einhorn, das man mal zu treffen hoffte, bei wieder anderen Kindern waren es einfach für sie wichtige Gegenstände, die sie kurzerhand in ein Tier verwandelten.

Zuletzt durften einige Kinder noch ihre Gedanken und Gestaltungen aus ihrem Philosophieheftchen den anderen vorstellen, dann waren die 90 Minuten leider auch schon wieder vorbei.

Was bleibt, ist das schöne Heft, das die Kinder in der Schule weiter bearbeiten können, eine Mindmap über die Gedanken der Klasse 2c, die Frau Hornstein während der Veranstaltung erstellt hat und vor allem der Gedanke: Philosophieren mit Kindern ist eine wirklich tolle und spannende Sache man sollte sich trauen, dies einfach öfter zu machen, nicht nur im Literaturhaus Stuttgart, sondern einfach mal im eigenen Klassenzimmer.

 

Heike Holzner